Landesjugendkonferenz Hamburg 27. November 2007

Dokumentation

[-Autorisierte Fassung vom 14. Februar 2008]

 


Inhalt

 

  1. Begrüßung................................................................................. 3

  2. Präsentation der Ergebnisse der sieben regionalen

    Jugendkonferenzen................................................................... 3

  3. Workshop-Arbeit....................................................................... 4

  4. Impulsreferat Lutz Wende......................................................... 7

  5. Podiumsdiskussion.................................................................... 9

  6. Abschluss.................................................................................. 11

 

 

Die zweite Landesjugendkonferenz in Hamburg fand am Dienstag den 27. November 2007 in den Räumen der Lawaetz-Stiftung in Hamburg Neumühlen statt.

 

1. Begrüßungsworte

Nach dem „Come Together“ begrüßten Thomas Bösenberg, team.arbeit.hamburg, Hans-Joachim Schliecker, Behörde für Wirtschaft und Arbeit, und Dr. Wolf-Dieter Schmidtke-Glamann, Agentur für Arbeit Hamburg, die Gäste der Veranstaltung.

Thomas Bösenberg betonte mit Rückblick auf die erste Jugendkonferenz im Jahr 2005, dass sich mit der Zeit und mit Etablierung von team.arbeit.hamburg die Anforderungen wie auch die Ziele an die Jugendkonferenz verändert hätten und insgesamt anspruchsvoller sowie ambitionierter geworden seien. Die Statistik zeige, dass in den letzten Jahren wichtige Erfolge erzielt wurden, die zwar noch auszubauen seien, aber insgesamt den richtigen Weg aufzeigten.

Thomas Bösenberg benannte fol­gende Herausfor­derungen, mit denen in Zukunft verstärkt umzugehen sei:

  • Die Gruppe der Jugendlichen ohne Schulabschluss ist noch immer zu groß, oft verbun-den mit zusätzlichen Qualifikationsmängeln, wie Sprachproblemen.

  • Eine Bündelung und Transparenzsicherung bei der Schaffung und Umsetzung von Maßnahmen müsse gesichert werden.

  • In diesem Zuge bedarf es gut ausgebauter Netzwerke und der Orientierung an „Good-Practice-Beispielen“.

Diese Punkte ergänzend hat Herr Schliecker auf den doppelten Abiturjahrgang 2010 hingewiesen. Hier müsse und werde präventiv agiert werden.

Die Notwendigkeit, die eigenen Leistungen auch immer wieder einer kritischen Prüfung zu unterziehen und dabei auch die Eigenschaften der Kunden mitzubeachten, betonte abschließend Dr. Schmidtke-Glamann. Es gelte, eine betriebsnahe Praxis insbesondere auch auf der lokalen Ebene herzustellen und kooperativ zu gestalten.

 

2. Präsentation der Ergebnisse der sieben regionalen Jugendkonferenzen

Wolfgang Basten, Leiter des Job-Center Fuhlsbüttel, stellte die Ergebnisse der sieben regionalen Jugendkonferenzen vor, die sich mit drei Leitfragen befassten:

 

  • Wie wird die regionale Kooperation bewertet?
  • Wie wird die Umsetzung der Angebote für Jugendliche vor Ort bewertet?
  • Wo gibt es weitere Handlungsfelder?

Hierzu wurden die Vermittlungskräfte von team.arbeit.hamburg und die Teilnehmer/ -innen der regionalen Konferenzen befragt.

Ergebnisse der Jugendkonferenzen sind auf der Website von team.arbeit.hamburg veröffentlicht.

 

 

3. Workshoparbeit

Die „Workshops“ moderierten Ute von Bargen-Sauer und Andrea Pargätzi, S.O. GmbH in Hamburg. Das Ziel war zu den Fragen

 

„Wer blickt durch?“ (WS 1) 

„Wer arbeitet mit wem zusammen?“ (WS 2) 

 

Antworten zu finden und weitere Vorgehensschritte zu entwickeln.

 

Im Workshop 1 zur Frage „Wer blickt durch?“ sollten zwei Themenstränge/Ziele in Kleingruppenarbeit ausgearbeitet und dann zusammengetragen werden:

 

Erhöhung der Transparenz über vorhandene Angebote

 

Wie lassen sich die verschiedenen Akteure besser erreichen?

 

 

Die Ergebnisse des Workshops 1:

 

a) Erhöhung der Transparenz über vorhandene Angebote

 

  • Eine effiziente Beratung setzt voraus, dass umfassende Übersichten aller Träger und deren vielfältige Angebote bekannt sind.
  • Für Mitarbeiter jeden Trägers muss erkennbar sein, bei wem ein Jugendlicher bereits in der Beratung war und wer ggf. noch einzubinden ist. Es sollte einen „Betreuungsausweis“ in Form einer Laufkarte geben, der vorangegangene Maßnahmen und Kontakte des Kunden ausweist.
  • Es muss deutlich dargestellt werden, welche Maßnahme für welche Zielgruppe konzipiert und für wen geeignet ist. Die vorhandenen Plattformen benötigen einen Informationsfilter, der benutzerorientiert Fördermöglichkeiten darstellt.
  • Favorisiert wird der Gedanke, Jugendliche durch einen Paten begleiten zu lassen.
  • Für Arbeitgeber muss eine Transparenz der Förderangebote hergestellt werden.
  • Es müssen Maßnahmen zusammengestellt werden, die individuell auf die Bedürfnisse des einzelnen Jugendlichen zugeschnitten sind, ausgehend von der Frage: „Was braucht ein Jugendlicher?“

 

b) Wie kann die Transparenz im Allgemeinen erhöht werden?

 

  • Schaffung einer zentralen Anlaufstelle mit Beratungs- und Weiterleitungsfunktion, inkl. zentraler Datenbank.
  • Filterfunktion für und Vernetzung der einzelnen Portale.
  • Multiplikatoren in Institutionen benennen, die sich für die Weitergabe von Informationen verantwortlich fühlen (z.B. E-Mailverteiler).
  • Information über die fachliche Zuständigkeit für Maßnahmen – wer betreut welche Maßnahme?
  • Übergabe bzw. Fallmanagement: direkte Übergabe Jugendlicher mit Förderbedarf zwischen Schule und Berater.

c) Wie könnte die Transparenz an speziellen Schnittstellen erhöht
werden?

 

  • Lehrer als Brücke, um Stärken/Schwächen zu erkennen, um darauf reagieren zu können – Zusammenarbeit!
  • Mit Schul- und Berufsinformationszentrum zusammenarbeiten – stärker vernetzen.
  • Vermittler müssen wissen, welche Experten für welche Maßnahmen zuständig sind.
  • Durch systematische Qualitätsentwicklung: Koordination und Verabredung der Akteure.
  • Reflexion und kollegiale Beratung in den Teams darüber, welche Informationswege genutzt werden und welche nicht.

 

d) Checkliste: Umgang mit Informationen

 

  • Informationen, Wichtiges erkennen können.
  • Kollegiale Beratung für schwierige Fälle – Lerneffekt und Transparenz untereinander.
  • Wer muss von Angeboten erfahren, wie werden Informationen kommuniziert (E-Mail, Post)?
  • Informationen über Änderungen (z.B. Förderbedingungen) in angrenzenden Behörden sollten kommuniziert werden.
  • Wunsch: Virtuelle Plattform zum Austausch (Protokolle, Daten, Diskussionen).
  • Breites Wissen der Vermittler erschwert spezialisierte Beratung.

 

 

In Workshop 2 wurden - analog zu Workshop 1 - zur Frage „Wer arbeitet mit wem zusammen?“ zwei Themenstränge/Ziele in Kleingruppenarbeit ausgearbeitet und dann zusammengetragen:

 

 

Optimierung der Steuerung des Kommunikationsprozesses

 

Erhöhung der Verbindlichkeit in der Zusammenarbeit

 

Iris Freytag, BBS / HIBB, gab den Teilnehmer/innen des Workshops folgenden Impuls:

 

Aufgrund der bereits bestehenden Vielfalt an Angeboten gelte es, die bestehenden so abzustimmen, dass Übergänge von Schule und Beruf erleichtert und im Sinne einer verbesserten Förderung gestaltet würden. Die Verfahren müssten für die Jugendlichen transparent und nachvollziehbar sein, sie sollten aktiv einbezogen und ihre vorhandene Stärken optimal genutzt werden.

 

Im Rahmen einer verbesserten Kooperation und Vernetzung müsse eine zielorientierte Beratung und zielgenaue individuelle Förderung von jungen Menschen im Rahmen der vorhandenen Angebotsstruktur im Fokus stehen, um Wartezeiten zu vermeiden.

 

Zu behandeln seien darüber hinaus die

  • Zusammenarbeit der zuständigen Behörden, Institutionen und Wirtschaft
  • Kooperation der Kostenträger,
  • Steuerung des Maßnahmeangebots - verbunden mit einer Klärung der Zuständigkeiten und ressortübergreifenden Handlungsmöglichkeiten,
  • Umsetzung der landesweiten Kooperationsansätze auf die regionale und lokale Ebene einerseits, und die Beachtung der Bedingungen einer Metropolregion mit einem wirtschaftlich starken Umfeld andererseits.

 

Das Ergebnis aus dem Workshop 2:

 

a) Wie kann der Kommunikationsfluss gesteuert werden?

 

Individuell zu betrachten:

 

  • Beseitigung von „Dauerärgerpunkten“
  • Planungsprozesse zur beruflichen Integration analog zu Erziehungskonferenzen
  • Prozessaktivisten / Akteure in der Jugendhilfe
  • Verbessertes Übergangsmanagement, etwa durch Einbezug von Kompetenzagenturen. Fokussierung auf die Akteure an den Schnittstellen, Festlegung von zentralen Ansprechpartnern für den Jugendlichen grundsätzlich und im Einzelfall.

Strukturell zu betrachten:

 

  • Schaffung einer Dachorganisation (Beirat) bei den relevanten Behörden gegenüber der Wirtschaft und den Trägern, um die Vernetzung zu steuern.
  • Informationsplattform (Internet)
  • Kommunikation muss gesteuert werden durch Information, Netzwerkplan, Übersicht über die Mitglieder im Netzwerk und deren Aktivitäten / Ansprechpartner (Rolle des Planungsteams / Staatsrätebeschluss in diesem Zusammenhang klären).

 

b) Wie kann Verbindlichkeit in der Zusammenarbeit hergestellt
werden?

  • Regelmäßige Konferenzen: Kommunikation auf den Landes-, Bezirks- und Stadtteilebenen
  • Internetauftritt regionalisieren (sozialräumliche Ausrichtung, Ergebnisse veröffentlichen).
  • Klare und verbindliche Prozessabläufe bilden, gemeinsame Arbeitsgrundlage schaffen (Adressaten für Teilprozesse: Schule, Agentur, team.arbeit.hamburg, etc.), Kompetenzagenturen. In Eingliederungsvereinbarung die Akteure festlegen.
  • Verbindlichkeit durch (Selbst-) Verpflichtung der Akteure. Verantwortungsübernahme über die Maßnahme hinaus, z.B. Schule und Elternhaus.
  • Dachorganisation mit Entscheidungskompetenz (Beitrittserklärung, Bereitschaft zur Mitwirkung und Zusammenarbeit).

 

4. Impulsreferat von Lutz Wende

 

Mit einem Impulsreferat führte Lutz Wende in das Thema der Podiumsdiskussion ein. Der Soziologe an der FH Frankfurt a.M. ist Organisationsentwickler und Berater im Bereich der Jugend- und Sozialarbeit. Sein Vortrag lautete:

 

„Perspektiven und Chancen für Jugendliche ohne Schulabschluss – ohne Lobby?“

Die Kernfragen waren:

  • Perspektiven von Jugendlichen ohne Schulabschluss
  • Wie funktioniert die berufliche Integration von jungen Menschen institutionsübergreifend?

 

Der Folienvortrag ist auf der Website von team.arbeit.hamburg veröffentlicht:

Download Referat Lutz Wende

 

 

5. Podiumsdiskussion

  • Lutz Wende, Sozialwissenschaftler und Organisationsentwickler
  • Andreas Beyerle, Schulleiter der Beruflichen Schule Recycling- und Umwelttechnik G8
  • Doris Wenzel O`Connor, UV-Nord „Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein e.V.“
  • Peter Rehfeldt, team.arbeit.hamburg, Leiter des Job- Center Bergedorf
  • Britta Hammer, Projektmanagerin Bewerbermarketing von Randstad Deutschland
  • Egbert Feldhaus, Ausbildungsleiter von E.ON Hanse AG
  • Bernd Heckmann, Projektleiter „Bilden – Beraten – Betreuen“ Behörde für Bildung und Sport

 

Mit der Frage an Frau Hammer, welche Anforderungen und Mindestvoraussetzungen ihr Unternehmen an die Zielgruppe stelle, wurde die Podiumsdiskussion eröffnet.

Die Projektmanagerin erläuterte, dass unterschieden werden müsse zwischen den fachlichen Kenntnissen – den oftmals defizitären Schulkenntnissen – und einigen „Grundtugenden“, etwa Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit. Diese seien überaus wichtig. Egbert Feldhaus ergänzte, dass er insgesamt sehr gute Erfahrungen mit gering qualifizierten Jugendlichen gemacht und auch bereits viele Übergänge von Praktikum in Ausbildung erlebt und begleitet habe. Unternehmen müssten insgesamt offener gegenüber diesen jungen Menschen werden und Chancen bieten.

 

Lutz Wende schloss daran an, dass gerade diese Chancen für Jugendliche ein Lernen in Echtsituationen darstelle, das sehr wohl Verhaltensänderungen jenseits des abstrakten schulischen Alltags fördern könne. Die Aussage „Der kann das nicht!“ sei zu kurz gedacht. Zugänge müssten geöffnet werden, damit Jugendliche sich beweisen könnten. Die Erfahrung zeige, dass sie dies in den meisten Fällen auch tun.

 

Weiter ging es mit der Frage, wie Übergänge gestaltet werden können. Herr Lumpe (BBS) aus dem Plenum plädierte für eine Veränderung, weg von einer Abschlussorientierung hin zu einer Anschlussorientierung. Schulen gäben gewissermaßen Verantwortung ab. Ein Übergang dürfe dabei nicht a priori mit einem Problem gleichgesetzt werden, denn letztlich bestehe jeder Lebenslauf auch aus vielen Übergängen. Man müsse aber daran arbeiten, Abgänger darauf vorzubereiten und mit Kompetenzen auszustatten. Ein Kennzeichen erfolgreicher Lernprojekte sei beispielsweise die individuelle, eigenverantwortliche Organisation des Lernprozesses jenseits des Lernens auf eine anstehende Klausur.

 

Ein weiterer Ansatz, Übergänge zu verbessern und Anschlüsse zu erleichtern wäre nach Peter Rehfeldt die stärkere Gewichtung der praktischen Fähigkeiten in vielen Ausbildungsberufen, wie dies etwa in Dänemark der Fall sei. Doris Wenzel O’Connor berichtete, dass in der BBS daran gearbeitet werde, Ausbildungsmodule und –Bausteine zu schaffen, die insgesamt zu einer Flexibilisierung und Individualisierung der Ausbildung führen könnten und demgemäß den individuellen Fähigkeiten gerecht würden. Alle Maßnahmen hätten aber nur dann Erfolg, wenn sie einen Praxisbezug aufwiesen.

 

Andreas Beyerle kritisierte, dass eine Modularisierung die angesprochenen Grundtugenden außer Acht lasse. Diese könnten nur innerhalb eines Lernverbundes in einer Klassengemeinschaft ausreichend gut trainiert werden. Dazu Bernd Heckmann: In Wilhelmsburg zeige die Verzahnung von mehreren Angeboten und das Einfordern der Elternmitwirkung Erfolge, insbesondere sprachfördernde Maßnahmen. Britta Hammer stellte das eigene „learning on the job“-Konzept vor, das Jugendlichen ermöglicht, einerseits entgeltlich zu arbeiten und andererseits sich begleitend Qualifikationen anzueignen, die in Kooperation mit der Handelskammer zertifiziert würden.

Anknüpfend an das Impulsreferat wurde gefragt, was aus Sicht der Teilnehmer/innen fehle. Für Egbert Feldhaus ist bei den Jugendlichen das Interesse an einer Ausbildung vorhanden, die Schule müsse ihnen aber entsprechende Informationsangebote anbieten, damit sich die jungen Menschen eine realistische und planende Übersicht verschaffen könnten.

 

In der Diskussion mit dem Publikum wurde angemerkt, dass die am Übergang „Schule – Beruf“ genannten Ansätze auf wichtige und notwendige Veränderungsprozesse hinwiesen, um berufliche Anschlüsse zu gewährleisten. Die Tagung fokussiere aber auch jene der unter 25-Jährigen, die aufgrund ihrer ungünstigen berufsbiografischen Ausgangsvoraussetzungen weder einen Zugang in das duale System noch in den Arbeitsmarkt finden.

 

Ihre Integrationsperspektiven sind oftmals durch das Merkmal Langzeitarbeitslosigkeit geprägt und die Veränderung der eigenen Situation wird von ihnen als resignativ bewertet. Der Kreislauf müsse durchbrochen werden. Was kann team.arbeit.hamburg leisten, um diese Gruppen zu erreichen und wirksame Integrationsperspektiven zu entwickeln?"

 

Job-Center-Leiter Peter Rehfeldt betonte, dass aufgrund der Evaluationsmöglichkeit genau analysiert und darauf reagiert werden müsse, welche Gruppen bisher durch das Raster gefallen seien. Lutz Wende fiel bei der Evaluation auf, dass es überall Gruppen gäbe, die nicht erreicht würden.

Einige andere ARGEN hätten hierauf besondere Programme entwickelt und den Mut gehabt, neue regional bezogene Maßnahmen zu konzipieren.

 

Anschließend wurde die Frage nach der Einbindung der Elternhäuser besonders bei schwierigen sozioökonomischen Verhältnissen gestellt. Andreas Beyerle betonte, dass Lehrer leider aufgrund mangelnder Bildungsaspiration immer wieder auf ein Desinteresse im Elternhaus hinsichtlich der schulischen Leistungen der Jugendlichen stoßen, im schulischen Kontext aber gleichermaßen die Eltern einbeziehen müssen.

 

Ein positives Beispiel sei laut Bernd Heckmann das Führen von Zielvereinigungsgesprächen anstelle des Halbjahreszeugnisses an Hauptschulen. Zusätzlich habe er in seiner Rolle als Projektleiter 2 Eltern-Lehrer-Gespräche pro Halbjahr verbindlich gemacht. Insgesamt müsse Elternarbeit mehr eingefordert werden und man müsse auch nachfordern können. Besonders Eltern mit Migrationshintergrund müssten angesprochen werden, ergänzt Doris Wenzel O’Connor, um auch etwaige Unkenntnisse über das Ausbildungssystem zu beseitigen.

 

Mit höherem Alter der jungen Erwachsenen werde es zunehmend schwerer, die Eltern „mit ins Boot zu holen“, pflichtete Andreas Beyerle bei.

 

 

Zum Schluss gaben alle Diskutanten ein Abschlussstatement:

  • „Diskussionen müssen zu Ergebnissen führen, Ergebnisse zu Entscheidungen, Entscheidungen zu Handlungen!“
  • „Man muss die Unternehmen packen mit Hinweis auf den Fachkräftemangel. Jetzt investieren oder später den Leidensdruck tragen. Lehrpartnerschaften schaffen!“
  • „Wir müssen uns im Klaren sein, dass bestimmte Zielgruppen eine andere Pädagogik brauchen als die kognitiv abstrakte des Schulunterrichts. Ein fachlich und strukturell kohärentes Angebotsmodell ist wünschenswert, bei dem alle beteiligt sind.“
  • „Im Rahmen der Hamburger Ausbildungsmoderation haben wir eine Reihe von Themenfeldern angeschnitten. Die heute diskutierten Ansätze sollten stärker auf die regionale Ebene zurückgespiegelt werden.“
  • „Wir dürfen in unseren Bemühungen, zu Verbesserungen der Bildungsumstände zu kommen, nicht nachlassen. Der Wunsch ist das Angebot von Praktika und Lehrstellen, wichtig aber auch immer die Vernetzung. In diesem Sinne zusammenarbeiten!“
  • „Wenn es die Berufsvorbereitung weiter in der bekannten Form geben wird, muss die Kooperation und Praxisnähe weiter vorangetrieben und stets verbessert werden!“
  • „Wichtig ist, dass Problemfelder identifiziert wurden. Was noch fehlt ist eine höhere Transparenz und Vernetzung.“

 

Die Ergebnisse der Landesjugendkonferenz 2007 werden von den beteiligten Fachbehörden der Freien und Hansestadt Hamburg, der Agentur für Arbeit Hamburg sowie von team.arbeit.hamburg ausgewertet und zusammen weiter bearbeitet.

 

 

6. Abschluss

 

Den Abschluss der Landesjugendkonferenz formulierte Thomas Bösenberg:

 

Seine am Morgen geäußerten Hoffnungen wurden übertroffen: In den Workshops seien sehr praxis-orientierte und sinnvolle Vorschläge gemacht worden. Es liege aber auch an jedem einzelnen, diese in der alltäglichen Arbeit umzusetzen, die er selbst bewegen kann.

Es sei deutlich geworden, dass das Übergangsmanagement verbessert werden müsse und die

Installation einer Gruppe sinnvoll sei, die gewisse Forderungen einstreuen und anregen könne.

Mit Blick auf die Menschen mit Migrationshintergrund müsse man dafür sorgen, dass die Interkulturalität im Bewerbungsverfahren stärker berücksichtigt wird. Wichtig dabei sei vor allem, insgesamt nicht beliebig zu arbeiten, sondern mit den „Augen der Jugendlichen“. Positiv zu bewerten sei der bereits eingeschlagene Weg der Transparenz. Hier biete sich gerade in Hamburg die Möglichkeit, diese auszubauen.

 

Ingesamt ist ihm wichtig, Menschen früher zu erreichen, als dies jetzt der Fall ist (Kitas, Vorschulen, Grundschulen). Dies erhöht die späteren Chancen auf einen Ausbildungsplatz.

 

Zusammenfassend habe Hamburg das Potenzial, noch vieles zu bewegen, ein Potenzial, welches man ausschöpfen wolle, könne und langfristig auch werde.

 

Dokumentation als Download

 

 

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